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Spitex-Welten

Spitex-Welten

By: Jennifer Kummli Heinz M. Schwyter Martin Radtke
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Der Podcast bespricht Hintergründe, vertieft Trends und zeigt Lösungsansätze für wichtige Fragen auf. Spitex-Welten richtet sich an alle, die sich für die Spitex interessieren. Spitex-Welten ist eine wilde Zusammenarbeit von Better Nursing und der Spitex-Drehscheibe. Hygiene & Healthy Living Physical Illness & Disease Social Sciences
Episodes
  • «Schenken wir einander wieder mehr Vertrauen»
    Jun 30 2026
    Gast: Markus Reck, CEO von Spitex Zürich Host: Martin Radtke, Mitherausgeber Spitex-Drehscheibe* 18 Jahre lang hat Markus Reck die Spitex-Welt in führenden Funktionen mitgestaltet. Als CEO führte er Spitex Zürich Limmat und Spitex Zürich Sihl zusammen. Nun gibt er sein Amt ab und blickt auf eine Branche zurück, die sich stark verändert hat. Als Ökonom ohne Pflegeausbildung fand Markus Reck im Jahr 2008 eher zufällig zur Spitex. Dort begegnete er Mitarbeitenden, die aus innerer Überzeugung arbeiteten und manches anders betrachteten als er. Gerade dieser Austausch faszinierte ihn. Mit der Zeit, sagt er, sei er zu einem «Spitex-Fanatiker» geworden. Für Markus Reck ist Spitex weit mehr als eine Gesundheitsorganisation. Mitarbeitende sehen im Zuhause der Kundinnen und Kunden nicht nur deren gesundheitliche Situation. Sie erleben auch, wie Menschen wohnen, ob sie soziale Kontakte haben und welche Unterstützung sie im Alltag benötigen. «Wir leisten nicht nur Pflege. Wir übernehmen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.» Eine besonders prägende Aufgabe war die Fusion der beiden Zürcher Spitex-Organisationen. Zu Beginn trafen unterschiedliche Kulturen und verhärtete Bilder aufeinander. Die neue Geschäftsleitung setzte deshalb auf Dialog, Mitwirkung und einen Vertrauensvorschuss. Das Ziel lautete nicht, eine Organisation in die andere zu überführen. Aus zwei Organisationen sollte etwas Neues entstehen: «Eins plus eins ist drei.» Sorgen bereiten Markus Reck das Image der Branche und Fehlentwicklungen bei einzelnen Anbieterinnen. Hoffnung geben ihm die jungen Berufspersonen, die Verantwortung übernehmen und ihre Arbeit mitgestalten möchten. Sein wichtigster Rat an Führungspersonen lautet deshalb: zuhören, Menschen mit Wohlwollen begegnen und ihnen etwas zutrauen. Sein Schlussgedanke nach 18 Jahren Spitex: «Schenken wir einander wieder mehr Vertrauen. Gehen wir aufeinander zu und hören wir einander zu. Dann kommt es gut.» * Deklaration: Martin Radtke ist Leiter Marketing & Kommunikation bei Spitex Zürich
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    38 mins
  • Genf: Eine Spitex für den ganzen Kanton
    May 26 2026
    Gast: Nicolas Huber, Aussenbeauftragter IMAD Host: Martin Radtke, Co-Herausgeber Spitex-Drehscheibe Wer an Spitex denkt, denkt meist an die Deutschschweiz. Nikolas Huber schaut dagegen von Genf aus auf die Branche. Und dort funktioniert einiges anders. Nicolas Huber ist Verantwortlicher für Aussenbeziehungen bei IMAD, der öffentlichen Spitex-Organisation des Kantons Genf, und Vorstandsmitglied von Spitex Schweiz. Er spricht über die Besonderheiten der Westschweiz und erklärt, weshalb die Romandie nicht nur sprachlich eigene Wege geht. Schon der Begriff «Spitex» ist dort kaum verbreitet. Stattdessen tragen die Organisationen unterschiedliche Namen. «In der Deutschschweiz ist die Marke Spitex sehr bekannt», sagt Nicolas Huber. «In der Romandie nicht.» Auch die Strukturen unterscheiden sich. Während viele Deutschschweizer Organisationen lokal oder regional organisiert sind, gibt es in Genf genau eine öffentliche Organisation für den ganzen Kanton. Rund 2’500 Mitarbeitende arbeiten bei IMAD. Neben Pflegeleistungen gehören auch Mahlzeitendienste, betreute Wohnungen oder spezialisierte Angebote dazu. Die Grösse habe Vorteile, sagt Huber. Spitäler oder Ärztinnen und Ärzte hätten nur eine Ansprechpartnerin. Prozesse könnten einfacher vereinheitlicht werden. Gleichzeitig sei IMAD eng mit dem Staat verbunden. Die Organisation hat denselben Status wie das Universitätsspital Genf und arbeitet direkt mit dem Gesundheitsdepartement zusammen. Auch personell ist Genf speziell. Über die Hälfte der Mitarbeitenden lebt in Frankreich. Unterschiedliche Kulturen seien deshalb Alltag. «Wir versuchen vor allem, eine gemeinsame IMAD-Kultur zu entwickeln», sagt Huber. Für die Zukunft sieht er die Branche vor grossen Herausforderungen. Die Pflege werde komplexer, Spezialisierungen wichtiger. Kleine Organisationen könnten dabei zunehmend unter Druck geraten. Entscheidend sei deshalb der Austausch untereinander. Oder wie Nicolas Huber sagt: «Die Gesamtbranche muss stark sein.»
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    31 mins
  • Temporärarbeit in der Spitex
    Apr 28 2026
    Gast: Dr. Florian Liberatore, Dozent am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie Host: Jennifer Kummli, Gründerin und Inhaberin Better Nursing -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Temporärarbeit polarisiert – auch in der Spitex. Dr. Florian Liberatore, Dozent am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie, spricht darüber, welchen Stellenwert der Temporärmarkt heute tatsächlich hat. Sein nüchterner Blick überrascht: Der Anteil temporär Pflegender liegt schweizweit bei rund zwei Prozent. Und doch ist das Thema im Alltag vieler Organisationen sehr präsent. Gerade in der Spitex kann Temporärarbeit gut funktionieren. Pflegefachpersonen arbeiten selbstständig, tragen viel Eigenverantwortung und können – mit der richtigen Erfahrung – rasch produktiv eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht, ob jemand temporär arbeitet, sondern wie gut Einführung, Erwartungen, Prozesse und Qualitätsstrukturen organisiert sind. In unterbesetzten Situationen kann eine temporäre Fachperson die Versorgung sogar deutlich stabilisieren. Spannend ist der Blick auf die Motivation der Temporärarbeitenden. Viele suchen nicht primär einen höheren Lohn, sondern Flexibilität: kleine Pensen, Vereinbarkeit mit Familie, Weiterbildung oder eigenen Projekten. Andere schätzen bewusst die Distanz zum «Organisationsbetrieb». Temporärarbeit hält damit Fachpersonen im Beruf, die in klassischen Anstellungen längst ausgestiegen wären. Für Spitex-Organisationen liegt hier eine wichtige Lernchance. Der Temporärmarkt zeigt klar, welche Arbeitsmodelle heute gefragt sind: flexible Pensen, digitale Dienstplanung und Verständnis für unterschiedliche Lebensphasen. Wer diese Bedürfnisse aufnimmt, kann Mitarbeitende langfristig binden und die Abhängigkeit von Agenturen reduzieren. Temporärarbeit wird bleiben – nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung stabiler Teams. Strategisch eingesetzt, kann sie stabilisieren statt destabilisieren.
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    41 mins
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